Teil 1. Übergewicht und Arthrose
Übergewicht ist ein entscheidender Risikofaktor für die Entstehung und Fortschreiten von Arthrose. Dabei begünstigt das Fettgewebe an sich die Erkrankung. Abnehmen nützt daher allen Gelenken.
Fest steht: je höher der BMI (Body Mass Index), desto höher ist die Arthroserate. Dabei ist nicht nur die mechanische Belastung durch das Übergewicht, die bei korpulenten Menschen die Entstehung und Fortschreiten der Arthrose begünstigt. Übergewichtige, fettsüchtige (adipöse) Menschen haben erstaunlicherweise auch in Gelenken ohne besondere mechanische Belastung (z.B. Fingergelenke) häufiger eine Arthrose als Normalgewichtige.
Positiv auf die Gelenke bei Arthrose wirkt eine Kombination von moderater sportlicher Betätigung und moderatem Gewichtsverlust (etwa 5% in 1,5 Jahren). Eine derartige Kombination von Ernährungstherapie mit Personal Fitness Training / Bewegungstherapie wird von qualifizierten, spezialisierten Ernährungsberatern angeboten.
Interessant ist es aber auch, dass die Gewichtsabnahme beispielsweise nicht nur auf die von der Arthrose betroffenen Kniegelenke auswirkt, sondern auch auf arthrotisch veränderte Fingergelenke. Das liegt weniger am Verlust von Körpergewicht, sondern vielmehr am Verlust von Körperfett!
Forscher erklären diesen Befund nämlich so: Das Fettgewebe sei eine Art Organ, welches auch verschiedene Stoffe in das Blut absondern kann. Es werden dabei sog. „Zytokine“ gebildet. Diese sind Proteine (Eiweiße), die das Verhalten oder die Eigenschaften von anderer Zellen ändern können. Diese bewirkt eine Schädigung bzw. Entartung des Knorpel-, Knochen- und Bindegewebe. Hinzu kommt bei Übergewichtigen eine schlechtere Blutgefäßversorgung der Knorpelschicht. Dies führt dann zu einer Mangelernährung des Knorpels oder ggf. zu direkten Durchblutungsverminderungen auf den Knochen.
Bis bald, Ihr Dr. med. J. Koczor